Wandern in Forbachs Süden II - Hundsbach, Biberkessel, Ochsenstall

Wanderungen

Rundwanderung von Hundsbach durch einsame Wälder zum Biberkessel. Rückweg nach Hundsbach über den Ochsenstall.

  • Typ Wanderungen
  • Schwierigkeit mittel
  • Dauer 4:25 h
  • Länge 10,5 km
  • Aufstieg 393 m
  • Abstieg 391 m
  • Niedrigster Punkt 718 m
  • Höchster Punkt 1033 m

Beschreibung

Forbach ist mit seinen 132 km² eine der flächengrössten Gemeinden von Baden-Württemberg. Im Süden, also dem „Schwäbischen“ zu, wird das Gemeindegebiet abgeschlossen mit einem in west-östlicher Richtung verlaufenden, 10km langen Höhenzug, der mit seinem Kamm über Philippenkopf, Langengrunde und Langeck knapp an die 1000m Meereshöhe heranreicht. Im Norden und im Süden wird das Gebiet von Bächen eingerahmt. Im Norden sind dies auf 7,5 km Länge die Biberach (vom Biberkessel, 991m, bis Hundsbach, 630m), auf 6,5 km Länge die Raumünzach (von Hundsbach, 630m bis Raumünzach, 400m). Im Süden entspringt der Welzbach nahe dem westlichsten Zipfel Forbachs, dem Balzgänger, auf 940m und vereinigt sich nach steilen 2,5 km bei Hinterlangenbach (665) mit dem vom Seibelseckle herabkommenden Kesselbach; beide Bäche bilden den Rahmen für das „Zwieseleck.“ Von Hinterlangenbach, der am weitesten westlich gelagerten württembergischen Ansiedlung, geht’s nun als Langenbach 6 km weit bis Zwickgabel (550m), zur Mündung in die vom Wildsee kommende Schönmünz, die schließlich nach 5 km bei Schönmünzach (450m) in die Murg mündet. Der Höhenzug ist ein überaus einsames Gebiet, stundenlang trifft man hier keine Menschenseele. Einkehrmöglichkeiten gibt es sowieso nicht. Und herrliche Wälder überall, auf der Südseite häufig mit Kiefern (diese lieben es warm!). Seit kurzem ist das gesamte Gebiet murgschifferschaftlicher Wald.

Es führen Wanderwege des neuen Naturparkwegenetzes durch das Gebiet, mit zuverlässiger Ausschilderung. Dabei hangelt man sich sozusagen von Wegweiser zu Wegweiser, immer das oberste Ziel einer Richtung bezeichnet Standortnamen und Entfernung des nächsten Wegweisers. Dazwischen folgt man den Markierungen – stets in Rautenform, deren Farbe ist auf den beiderseitigen Wegweisern angegeben.

Anfang beim Wegweiser „Biberach“, 750 m. Diesen erreicht man nach ca. 2 km Fahrt von der Hundsbacher Kirche in Richtung Viehläger, beim Abzweig zum ehemaligen Kurhaus Biberach/Apparatebau. Von dort geht’s der gelben Raute nach auf einem hübschen Waldpfad kurz hinunter zur „Schwallung“, einem Stauwehr aus der Flösserzeit (Wegweiser „Herzogschwallung“, 720m). Ab hier in Richtung „Zwieseleckpfad“, immer der gelben Raute folgend, ca. 1 km deftig ansteigend, ständig auf rustikalen Pfaden (das liebt der Wanderer!), die obersten 200 m inzwischen auf Forststraße (Gemeinde Achern) bis zum höchsten Punkt zwischen Biberach und Welzbachtal (884 m). Diese Stelle heißt Tanzplatz“ und ist ein totenstill-verschwiegener Waldwinkel. Auf weichem Waldboden oder Schneeresten kann man mitunter Auerhahnfährten finden. (Hier kreuzt der Baiersbronner Premiumwanderweg „Seensteigweg“ vom Schurmsee/Schönmünzach kommend). Nun jenseits „kerzengerade“ einen steilen Waldweg hinab zum Wegweiser „Zwieseleckpfad“, 825m (Zwieseleck wird in Hinterlangenbach durch die Einrahmung von Welzbach und Kesselbach gebildet, daher rührt der Name). Nun sind die naturbelassenen Pfade erst Mal zu Ende; es geht auf der Forststraße „Zwieseleckweg“ in Richtung „Balzgänger“. Dieser wird auf den letzten paar hundert Metern auf einem urigen, mit Buntsandsteinen befestigten Weg erreicht (Wegweiser „Balzgänger, 925m). Damit sind wir an der entlegensten Stelle der Gemarkung Forbach, einem einsamenWinkel „hinter der Hornisgrinde drunten“. Am Wegweiser treffen wir auf den Weg „Ochsenstall-„Seibelseckle“, wir gehen nach rechts weiter in Richtung Ochsenstall, immer nach gelber Raute. Nach 1 km wird die Sicht freier und es wird großartig: links hoch über uns die Hornisgrinde mit der alpin-steilen Flanke des Biberkessels, eines eiszeitlichen Gletscherkares und rechts abgrundtief das nach Osten abgehende Tal der Biberach. Nirgends im Bereich der Forbacher Gemarkung empfindet das kleine Menschlein so direkt, welche Urgewalten diese Landschaft mit Wasser geformt haben, und es ist noch gar nicht so lange her, nur ein paar 10 000 Jahre! (hinter vorgehaltener Hand: wir sind hier nicht mehr auf Forbacher Gemarkung, aber das nehmen wir jetzt mal nicht zu genau!). Ab dem hintersten Winkel unseres Weges ist ein Abstecher in den Grund des Biberkessels möglich; er lohnt sich allemal. Beeindruckend die riesige Moräne, die uns anschließend auf dem Weiterweg Richtung Ochsenstall noch ein ganzes Stück begleitet.   Dann kommt am Weg die Herzbrunnenquelle, mit der Gelegenheit, von diesem wunderbaren Felsenquell zu trinken, aber auch sich damit den Durst für die Einkehr am nahen Ochsenstall zu verderben. An dem lässt’s sich nämlich prächtig einkehren. Schließlich hat man die 1000 m überschritten (1035m). Man erreicht den Ochsenstall nach kurzem Anstieg ab Wegweiser „Ochsenstall-Abzweig“, 1020m.

Bis zum „Ochsenstall-Abzweig“ war unser Weg durchgehend mit gelber Raute markiert; ab jetzt geht’s wieder am Wegweiser „Ochsenstall-Abzweig“ vorbei, der blauen Raute nach (ein Ausläufer des regionalen Wanderweges Schwarzwald-Schönbuch), zielstrebig die letzten 4 km zurück zum Ausgangspunkt. Breite Forstwege, gleichmäßig fallend, so richtig zum Austrudeln. Meist mit freier Sicht in das Biberachtal und auf den Höhenzug gegenüber, den wir zu Beginn der Tour überschritten haben. Kurz vor Schluss ist da noch das Café Biberkessel, berühmt für seine gigantischen Tortenstücke.

Gesamtkilometer: 11,1, Anstiegs-Höhenmeter: 380m, anfangs auf urigen Pfaden, dann meist auf guten Forstwegen. Viel Waldeinsamkeit, erhabene Urlandschaft.

Einkehr: Wanderheim Ochsenstall, Tel, 07226-920911, Café Biberkessel. 07220-305.

In Hundsbach: Gasthaus Forelle: Tel. 07220-223, Hotel Feiner Schnabel. Tel. 07220-272.

Zur Sicherheit gehört noch eine gute Wanderkarte in den Rucksack; empfehlenswert ist die „Wanderkarte Murgtal“, vom Verband „Im Tal der Murg“. Diese gibt es in den Bürgerbüros der Verbandsgemeinden für um die 4 Euro.
Den Forbacher Ortsteil Hundsbach erreicht man von der Schwarzwaldhochstraße (B500) ab Hundseck über die L80b. Aus dem Murgtal fährt man über die B462 bis Raumünzach, biegt dort auf die L83 Richtung Schwarzenbach-Talsperre und an der unteren Fallbrücke auf die L80b nach Erbersbronn und Hundsbach.
Parkplätze stehen am Festplatz, an der Weiherbrücke, am Haus des Gastes und am Hauerskopf-Parkplatz zur Verfügung. Dem Ausgangspunkt am nächsten sind die Parkplätze im Bereich Viehläger. Diesen erreicht man von der Weiherbrücke über die Kapellenstraße.
Von Forbach fährt die KVV-Linie 246 bis zur Haltestelle Biberach
Wanderkarte Murgtal