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Markgraf-Wilhelm-Weg Bad Rotenfels (3 km)

Markgraf-Wilhelm-Weg
Länge: 3 km oder 2,5 km
Ausgangspunkte mit Infotafeln: Unimog-Museum oder Thermalbad Rotherma
Parkplätze: Parkplatz Schloss Rotenfels neben dem Unimog-Museum oder am Thermalbad Rotherma
S-Bahn: S31 und S41, Haltestelle Schloss Rotenfels

Weitere Informationen und Flyer erhalten Sie bei:
Touristinfo Gaggenau, Tel.: 07225 - 962662
touristinfo@gaggenau.de

Führungen:
Der Arbeitskreis Tourismus-Freizeit bietet Führungen auf den Markgraf-Wilhelm-Wegen im Kurpark Bad Rotenfels nach Vereinbarung an. Historische Führungen werden von Ulrich Behne, Tel.: (0 72 25) 32 75, betreut.
Themenführungen mit besonderen Stationen sind mit Roland Hirth vom Heimatverein Bad Rotenfels, Tel.: (0 72 25) 31 06 zu vereinbaren.

Wer war eigentlich Markgraf Wilhelm?
Namensgeber des Weges ist Markgraf  Wilhelm von Baden (1792 - 1859).
Als strategisch begabter Heerführer hat er in der Militärgeschichte Badens seinen festen Platz.
Viel wichtiger für die Stadt Gaggenau aber sind seine Verdienste um die regionale Land- und Forstwirtschaft sowie um das Rotenfelser Kur- und Badewesen. Folgt man den Quellen, gehört er unstreitig zu den markanstesten Erscheinungen, denen wir in der neueren Geschichte des badischen Fürstenhauses begegnen.

Die Stationen
Das gut markierte Wegenetz bietet zwei in den badischen Landesfarben ausgeschilderte Strecken.
Eine leichte Variante ist gelb, die etwas schwierigere rot gekennzeichnet. Im Verlauf der Rundwege informieren 21 Tafeln über sehenswerte und auch längst verschwundene historische Gebäude, u. a. des Karlsruher Hofarchitekten Friedrich Weinbrenner, wobei das Schloss Rotenfels den Mittelpunkt bildet.
Heute ist dieses ehemalige markgräfliche Palais Sitz der Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater. Die größtenteils durch den Schloss- und Kurpark führenden Wege streifen auch botanische Besonderheiten.

Die anspruchsvolle Route führt über die drei "Kuppeln" des "Großen Schanzenberges", welche sich im Bad Rotenfelser Ortswappen widerspiegeln. Vom höchsten Punkt, auf einer mittelalterlichen Ringwallanlage, dem vermuteten Standort der Burg Rotenfels, genießt man einen herrlichen Blick auf den Badstadtteil und seine Umgebung.

Folgende Stationen sind mit Infotafeln ausgestattet:
1. Markgraf Wilhelm von Baden, 2. Schlossgut Rotenfels mit Meiereihaus und Nebengebäuden, 3. Chinesischen Haus, 4. Brunnenstube, 5. Schloss Rotenfels, 6. nördliche Remise, 7. Südliche Remise, 8. Hütten und Hammerwerk, 8. Tiegel- und Steingeschirrfabrik, 10. Badeanlage, 11. Römisches Haus, 12. Fischteich, 13. "Chaisenstraße", 14. Lusthaus auf dem "Kleinen Schanzenberg", 15. Herrschaftlicher Jagdturm, 16. Markgräflicher Wald und Jagd, 17. Exotischer Baumbestand, 18. Grenzstein Nr. 9, 19. Badhotel "Zur Elisabetenquelle", 20. "Elisabehtenquelle" und Trinkhalle, 21 Ringwallanlage auf dem "Großen Schanzenberg"

Einkehrmöglichkeiten:
- Bistro im Unimog-Museum
- über die Sommerzeit lädt ein Biergarten mit Minigolf im Kurpark zum Verweilen ein.

Geschichte des Schloss Rotenfels

Markgraf Wilhelm von Baden schenkte das Gut 1790 seiner zweiten Gemahlin Luise Caroline, die hier 1801 eine Fabrik für Steinzeug errichtete. Die bis 1775 betriebene Erzschmelze musste aber wegen der geringen Ergiebigkeit der lokalen Vorkommen aufgegeben werden. Aufgrund hoher Herstellungskosten endete 1816 auch die Produktion von Steinzeug. Der zweitälteste Sohn der Großherzogin übernahm den unrentablen Besitz. Seit 1817 Markgraf von Baden, gründete Wilhelm Ludwig August 1822 ein landwirtschaftliches Mustergut mit einer wenige hundert Meter entfernten Meierei. Er gab Friedrich Weinbrenner den Auftrag, das ehemalige Fabrikgebäude solle "zur künftigen Wohnung adoptiert" werden. Weinbrenner baute die bereits vorhandenen Gebäude 1818-27 zu einem staatlichen Landschloss um und verlieh der Anlage durch einen zentralen Portikus ihr repräsentatives Gepräge. 1993 durchgeführte bauhistorische Untersuchungen belegten, dass der überwiegende Teil des späteren Herrenhauses 1807 als Fabrikationshalle der Steinzeugfabrik errichtet worden war, auch die beiden Nebengebäude entstanden bereits zu dieser Zeit. Unter der Erbin, der Prinzessin Sophie zur Lippe, wurde 1869 am Herrenhaus ein neuer Südportikus mit toskanischen Säulen und Eckpfeilern aus Sandstein angefügt, der die bis dahin bestehende Säulenvorhalle der Steinzeugfabrik von 1807 ersetzte. Die insgesamt durch den Weinbrennerschen Umbau geprägte Anlage ist an den adligen Landsitzen des oberitalienischen Veneto geschult, die in der Renaissance unter dem Einfluss Andrea Palladios entstanden sind. Das Anwesen beherbergt heute die Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amatheurtheater. Von dem ehemaligen "Römischen Haus", hinter dem Schloss gelegen, das 1804 als kleiner Tempel von Friedrich Weinbrenner für die Reichsgräfin Luise Caronline von Hochberg errichtet wurde, sind nur die steinernen Unterbauten geblieben.
(Der Text wurde uns freundlicherweise vom Kreisarchiv Rastatt zur Verfügung gestellt.)

Flyer und Karte zum Markgraf-Wilhelm-Weg als PDF zum Download

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