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Kirchen in Kuppenheim

Über die Pfarrkirche St. Sebastian in Kuppenheim, eine dreischiffige Basilika, sowie über die Filialkirche in Oberndorf finden Sie hier mehr Informationen.

Pfarrkirche St. Sebastian

Die katholische Pfarrkirche St. Sebastian, eine dreischiffige neogotische Basilika mit Frontturm, wurde 1902-04 durch Johannes Schroth erbaut. Das Gotteshaus aus dem späten Mittelalter musste nach dem schweren Brand von 1868 weichen, nur der Eingangsturm konnte teilweise in den Neubau integriert werden.

Der heutige unverputzte Sandsteinbau mit polygonalem Chorschluss besitzt ein Querhaus und drei Seitenkapellen. Das Hauptportal wird flankiert von Statuen der Heiligen Sebastian und Katharina von Alexandrien, am zweiten Turmobergeschoss steht eine Immaculata mit Kind.

Nach einer umfassenden Renovierung 1986-89 konnte die gut erhaltene Ausmalung und Ornamentik des Innenraums gereinigt und restauriert werden. Das Innere der Kirche wirkt weitläufig und würdevoll. Die Ausmalung des Rippengewölbes ist originalgetreu erhalten und wurde glücklicherweise nicht beseitigt, wie in den 1960er Jahren in anderen Kirchen geschehen.

Über dem Hochaltar zeigen Engel die Werkzeuge der Passion Christi. Reichhaltige florale Verzierungen in den Rippengewölben versinnbildlichen das himmlische Paradies. Zwischen den Kreuzrippen der Vierung erkennt man die Tierkreissymbole, umgeben von vier bildlichen Darstellungen der Kardinalstugenden und einem reichen pflanzlichen Zierwerk. Der mächtige Hochaltar wurde aus Geldmangel erst 1922 durch die Bildhauerwerkstatt Heinz Kramer in Offenburg geschaffen, er zeigt in einer sachlich interpretierten Neogotik den segnenden Christus mit den Heiligen Petrus und Paulus, rechts jene der Heiligen Bonifatius und Petrus Canisius. In der Predella sind die vier Evangelisten zu sehen. Die den Hochaltar umgebenden Glasfenster verbildlichen die fünf Gesätze des schmerzhaften Rosenkranzes. Der linke Seitenaltar in der Kapelle wurde 1907 durch die Gebrüder Moroder aus Offenburg geschaffen, er zeigt die thronende Muttergottes mit den Heiligen. Auf den Innenseiten der Flügel links die Vermählung Mariens, rechts die Kreuzabnahme Christi. Die Außenseiten der Flügel zeigen apokryphe Szenen, die nicht im Kanon der Bibel beschrieben werden. Links Maria als Kind mit ihren Eltern Joachim und Anna, recht der Tempelgang Mariens.

Die Fensterbilder der Kapelle zeigen die Gesätze des freudenreichen und des glorreichen Rosenkranzes. Auf dem rechten Seitenaltar, 1906 ebenfalls durch die Gebrüder Moroder aus Offenburg fertig gestellt, sieht man die geschnitzte Figur des Josef mit Kind zwischen Maß- und Rankenwerk, die seitlichen Engel halten die Werkzeuge des Zimmermanns. Als Predella findet sich ein Relief, auf dem Josef in Ägypten seine Brüder mit Getreide versorgt. Die umgebenden Glasmalereien stellen hier die hl. Familie und den Tod Josefs dar.

Im linken Querschiff sieht man Fensterbilder mit dem Tod der hl. Katharina, mit der hl. Katharina vor dem Richter sowie mit dem Tod der hl. Theresia von Avila. Im rechten Querschiff befindet sich der "Bruderschaftsaltar" von 1944, er besitzt eine wertvolle spätgotische Predella aus der Vorgängerkirche. Das Holzrelief, es ist wohl um 1530 entstanden, zeigt in seltener Darstellung die zwölf sitzenden Apostel mit ihren Attributen, die den thronenden Christus als Weltenrichter flankieren. Oben im Altar ein Gemälde mit dem hl. Antonius von Padua mit Christuskind von 1769, das aus dem säkularisierten Kapuzinerkloster in Karlsruhe stammt.

Das moderne Altarblatt schuf der Freiburger Künstler F. Hemmerle. Es zeigt den knienden Christus, Maria Magdalena und den hl. Augustinus. Der Kreuzweg mit seinen vierzehn Stationen wurde als Emailarbeit durch die Eisenwerke Gaggenau hergestellt und in die zu diesem Zweck ausgebildeten Langhaussäulen eingelassen. An den Wänden des Langhauses stehen auf Konsolen die großen Skulpturen der Vierzehn Nothelfer, gefertigt von dem Karlsruher Hofbildhauer Schädler. Hinzuweisen ist auf die beiden gläsernen Prunksärge über den Beichtstühlen mit den verzierten Skeletten der Heiligen Justinus und Justina aus dem 17. Jh., die angeblich dem Markgrafen Wilhelm aus Rom geschenkt wurden und über das Kloster Lichtental nach Kuppenheim kamen.

Hinten in der Kirche hängen zwei Altarbilder, die wohl aus der Ettlinger Schlosskirche nach Kuppenheim gelangten. Sie zeigen eine Immaculata und den hl. Erasmus, sie wurden 1740 vermutlich von dem Rastatter Hofmaler Heinrich Lihl geschaffen.

Antoniuskapelle

Auf dem südlich gelegenen Friedhof befindet sich die 1819 durch Johann Belzer aus Weisenbach anstelle eines barocken Vorgängerbaus errichtete Antoniuskapelle. Sie erhielt 1888-90 einen neogotischen Chor und wurde um eine Achse verlängert, die westliche Eingangsfassade wurde ganz erneuert.

Im Chor befindet sich ein ansehnliches Barockgemälde de hl. Antonius.

Auf dem Friedhof steht eine wertvolles Kruzifix von 1770 mit den Skulpturen von Maria und Johannes.

Filialkirche Hl. Kreuz Oberndorf

Die Errichtung der Filialkirche hl. Kreuz in der Ortsmitte wurde 1827 durch eine Stiftung des Kuppenheimer Pfarrrektors Herr ermöglicht, sie ersetzte eine baufällige Kapelle weiter außerhalb.

Gebaut wurde das Gotteshaus durch Johann Belzer aus Weisenbach, die durch Ernst Öhl abgewandelten Entwürfe stammten von August Mosbrugger. Der ursprünglich zweiachsige Saalbau erfuhr 1956 eine Erweiterung. Im modernen Chorraum steht ein Barockaltar mit einem höchst qualitätvollen Gemälde des Gekreuzigten, 1784 von Johann Baptist Enderle aus Donauwörth (1725-98) vollendet.

Im Auszug ein kleineres Bild der Muttergottes mit Kind. An der rechten Chorbogenwand stehen auf Konsolen volkstümliche Barockplastiken, neben einer Madonna mit Kind sind die Heiligen Sebastian und Rochus zu erkennen.


(Alle Texte wurden uns freundlicherweise vom Kreisarchiv Rastatt zur Verfügung gestellt.)

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