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Kirche in Loffenau

Einmalige Sehenswürdigkeiten für Kunstinteressierte sind die Ev. Kirche mit der renovierten Walcker-Orgel und spätmittelalterlichen Fresken, einzige größere Decken- und Wandmalereien im Schwarzwald. Ausführliche Informationen erhalten Sie hier.

Heiligkreuz Kirche

Die evangelische Heilgkreuzkirche ist eine neogotische Emporenbasilika, errichtet 1843 nach Plänen von Ludwig Friedrich von Gaab (1800-69). Vom älteren Vorgängerbau hat sich das Untergeschoss des Chorturms aus der ersten Hälfte des 15. Jhs. erhalten. Äußerst bemerkenswert sind die dort erhaltenen umfangreichen Wandmalereien. Zwei schöne Glasmalereien aus der ersten Hälfte des 15. Jhs. zeigen die Heiligen Petrus und Paulus. Im unteren Bereich der Ostwand sind die Figuren der Apostel zu sehen, bei ihnen erscheint die Figur Christi annähernd in Lebensgröße. Die Apostel tragen lange Spruchbänder mit Worten des Credo, das sie beim Abschied von ihrem Herren gesprochen haben sollen. Der obere Bereich von Ostwand und Südwand zeigt die Legende vom Heiligen Kreuz, dargestellt in acht umrahmten Einzelbildern.

Dem Traum Kaiser Konstantins folgt die Schlacht an der Milvischen Brücke. Zwei Bilder zeigen die Auffindung des Kreuzes durch die hl. Helena sowie die Kreuzprobe durch den Bischof Macarius mit dem Auferstehungswunder. In weiterer Folge bleiben dem standesgemäß gekleideten und berittenen Kaiser Heraclius die Tore Jerusalems verschlossen, erst als er sich demütig nähert, wird ihm aufgetan. Die beiden letzten Bilder zeigen Chosrau auf dem Thron, gefolgt vom Kampf des Kaisers Heraclius gegen den Sohn Chosrau. Ausdrucksvoll gemalte Bildnismedaillons füllen die freigebliebenen Flächen, sie stehen in personeller Beziehung zur Kreuzlegende. Über die gesamte Breite der Südwand ist eine Muttergottes im Strahlenkranz abgebildet, sie wird durch stehende Äbte und kniende Stifter in Mönchskleidung flankiert.

Auf der Nordwand erscheint in monumentaler Weise das selten dargestellte Thema der Hostienmühle, die in szenischen Darstellungen Menschwerdung Christi und Eucharistie mystisch durchdringt. Geistiger Mittelpunkt der vielfigurigen Malerei ist die Menschwerdung des "Wortes", was besonders in den "gemahlenen" Spruchbändern Ausdruck findet. Durch ein dichtes Wolkenband werden Himmel und Erde voneinander getrennt. Über der Mühle sieht man Gottvater, der seinen Sohn dem Mahlwerk opfert. Die vier vermenschlichten Evangelistensymbole lassen Schriftbänder zu Christus in den Mühltrichter fallen. Die Apostel drehen die Kurbel und treiben die Mühle an. Beim steinernen Mühltrog knien die Kirchenväter Papst Gregor und die Heiligen Hieronymus, Ambrosius und Augustinus. Unterhalb des Wolkenbandes fängt der Papst die Hostien auf. Auch die Gläubigen empfangen das aus der Mühle fallende eucharistische Brot. Die Vertreter der Geistlichkeit sind in hierarchischer Ordnung hinter dem Papst zu sehen, vor ihm sieht man Kaiser, Hochadel, Ritter, Bürger und Bauern. An der Triumphbogenwand findet sich eine Darstellung der Verkündigung an Maria.


(Der Text wurde uns freundlicherweise vom Kreisarchiv Rastatt zur Verfügung gestellt.)

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