Arboretum Schloss Eberstein - Baumkundlicher Lehrpfad in Gernsbach
Einer der markantesten Punkte des Murgtals ist das auf einem Granitfelsen thronende Schloss Neu-Eberstein, umgeben von einem gut ausgebauten und markierten Wanderwegenetz. Der Kontrast von schmalen, schattigen Wanderpfaden, sonnigem Rebhang, altem Edel-Kastanien-Hain und einzigartigen Aussichtspunkten von steilen Felskanzeln, bietet auf engstem Raum eine Fülle von Höhepunkten.
In diesem Umfeld bietet das „Arboretum Schloss Eberstein“ eine in dieser Form einmalige „Sammlung“ von interessanten und teils seltenen Gehölzen. Mit über 300 verschiedenen einheimischen und fremdländischen Baum-Arten und -Unterarten ist der Wald rund um die etwa 800 Jahre alte Burganlage ein absolutes Juwel, nicht nur für Fachleute.
Ein damals schon alter und wertvoller Baumbestand an den Steilhängen rund um das Schloss, früher beliebte Sommerresidenz der Großherzöge von Baden, wurde in den Jahren 1964 bis 1990 mit zahlreichen Neuanpflanzungen erweitert und ergänzt. Es zählt zu den Verdiensten des damaligen markgräflichen Revierleiters Rudolf Koch schon bei der Konzeption dieses „Baumkundlichen Lehrpfades“ in hohem Maße die Interessen der Wanderer und Besucher berücksichtigt zu haben. So wurden die einzelnen Bäume nach Gattungen und Familien angeordnet und alleeartig in Reihen entlang von vorhandenen Wanderwegen angepflanzt um sie leicht vergleichbar und erreichbar zu machen.
Führung durch das Arboretum
Das "Arboretum Schloss Eberstein" (lat. arbor = der Baum) kann als Rundweg in gut 2 Stunden durchwandert werden.
Startmöglichkeiten:
Bei der Klingelkapelle
Schloss Eberstein oder von Obertsrot aus.
Der besondere Reiz des Arboretums Schloss Eberstein liegt, neben der faszinierenden Landschaft, in der alleeartigen Serie von verwandten Bäumen (Gattungen). Sie vermitteln dem Betrachter in einprägsamer Weise die enorme Vielfalt und Vielgestaltigkeit dieser Gehölze. Gerade im europäischen Raum, in dem nur wenige Dutzend Arten von Bäumen natürlich vorkommen, ist man erstaunt zu erfahren, wie mannigfaltig die Sippe auch von hier heimischen Baumarten ist:
So unterscheidet man weltweit etwa rund 150 Ahorn-Arten („Acer“), fast 500 Arten zählen zu den Eichen („Quercus“) und gut 100 Arten gehören der Gattung Kiefer („Pinus“) an. Aus klimatischen Gründen gedeihen bei weitem nicht alle dieser Gehölze in Mitteleuropa, jedoch sind im Arboretum Schloss Eberstein jeweils mehr als 30 Vertreter dieser Familien zu betrachten.
Man findet in der Ahornreihe neben den einheimischen Berg-, Spitz- und Feld-Ahorn mit dem bekannten 5-spitzigen Blatt Verwandte aus Amerika und Asien mit birken-, hainbuchen- oder eschenähnlichen Blättern, neben raschwüchsigen Waldbäumen niedrig bleibende Ziergehölze, oft mit einer leuchtenden Herbstfärbung. Allen gemeinsam ist der zweiteilige geflügelte Samen.
Neben den beiden „deutschen“ Eichen (Stiel- und Trauben-Eiche) kann man zahlreiche buntfärbende aus Nord-Amerika, immergrüne aus dem Mittelmeerraum oder solche mit herrlich gelappten und gezähnten Blattformen aus Ungarn, Armenien, Persien oder Japan sehen. Nicht zu vergessen die Kuriositäten, wie etwa die „Beatle“-Eiche, so genannt, weil deren fadenförmige Blätter an die Frisur der englischen Popgruppe erinnert. In der Kiefernreihe, die am steilsten Teil des Rundweges angelegt wurde, sind es vor allem die Föhren, Latschen und Arven aus verschiedenen europäischen Gebirgsgegenden, die sich mit ihren Wurzeln in den Granitspalten festklammern, begleitet von japanischen, kleinasiatischen und amerikanischen Arten, wie die Stricknadel- und die Grannen-Kiefer.
Ausführliche Informationen zum Baumbestand sind in der Informationsbroschüre zum Baumkundlichen Lehrpfad für 2,50 € im Kultur- und Verkehrsamt Gernsbach erhältlich.
Gruppenführungen
einmal im Monat von Mai-September und auf Anfrage. Eintritt frei!
Weitere Infos über:
Touristinfo Gernsbach
Igelbachstr. 11
76593 Gernsbach
Telefon (07224) 644-44
Telefax (07224) 644-64
E-Mail: touristinfo@gernsbach.de
www.gernsbach.de







