Kirchen in Forbach
Forbach hat zahlreiche Ortsteile mit schönen Kirchen. Nachfolgend werden fünf Kirchen näher beschrieben.
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Forbach
Am Chorbogen wurde die hl. Dreifaltigkeit bildlich dargestellt, 1902 fertigte Franz Joseph Simmler aus Karlsruhe die Chorgemälde. Die Muster des illusionistischen Wandteppichs in den Seitenschiffen wurden mit bis zu sechs übereinander aufgebrachten Schablonenmalereien hergestellt. Zur Originalausstattung gehören die Glasfenster in Langhaus, Chor, Fensterrose und Kapellen. Im Obergaden sind Bilder der hl. Apostel zu sehen. Am unteren Ende des gestuften Platzes steht vor der Kirche das alte Pfarrhaus. Es wurde 1838 von Johann Belzer aus Weisenbach in spätklassizistischen Formen erbaut. Auf dem Friedhof findet sich ein Sandsteinkruzifix von 1776, der 1813 durch Figuren von Maria und Johannes erweitert wurde.
Maria Hilf Kapelle
Sagen über ihre Entstehung sind in abgewandelter Form zu hören, z. B.:
1. Ein alter Mann soll in schweren Nöten des Krieges und der Verfolgung die Mutter Gottes um Hilfe angefleht und ihr als Dank für die Rettung den Bau einer Kapelle auf dem Berg gelobt haben.
In den Kirchenakten erfährt man, dass 1677 der damalige Forbacher Pfarrer die Kapelle gründlich reparieren ließ, weil sie durch den Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt gewesen sei. 1682 wurde auch sie erweitert. Die Kapelle bestand also schon vor 1618, wahrscheinlich schon um 1590. 1667 erhielt die Kapelle eine Glocke, in Breisach gegossen.
Das Friedhofskreuz - Friedhof Forbach
Das Sandsteinkreuz stammt von 1776, die Golgota-Gruppe (Maria und Josef) wurde um 1900 angebaut. An die Rückseite lehnt eine Grabplatte: "Pfarrer Anton Mayer, gestorben 1790, 43 Jahr und 6 Monat Pfarrer zu Forbach." Im Grab vor dem Kreuz ruht Pfarrer Ferdinand Späth, 1881 bis 1912 in Forbach als Pfarrer tätig; in seiner Wirkungszeit entstand das heutige Gotteshaus. Bei dieser Grabanlage findet man auch die letzten Ruhestätten der Pfarrer August Strittmatter (1913 - 1921) und Alois Eugen Kammerer (1921 - 1944).
St. Antonius von Padua Herrenwies
Etwas unterhalb der Kirche befindet sich die wohl 1743 gebaute Kapelle, die mit der Fertigstellung der Kirche profaniert wurde.
St. Antonius von Padua Bermersbach
Die einschiffige Frontturmkriche aus Sandsteinquaderwerk besitzt einen durch grün glasierte Dachziegel geschmückten Turmhelm. Der bauzeitliche Hauptaltar zeigt im Relief die eucharistischen Themen von Emmauswunder und Brotvermehrung. 1969 wurde der Innenraum purifizierend, doch in insgesamt gelungener Weise umgestaltet. Den geänderten liturgischen Anforderungen entsprechend gestaltete der Bildhauer Bruno Knittel die neue Ausstattung.
Die vierzehn farbigen Glasfenster entwarf Peter Valentin Feuerstein, sie schildern die Heilsgeschichte von der Erschaffung (rechts der Empore) bis zur Vision der Herrlichkeit in der Offenbarung (Mittelfenster im Chor). Wilhelm Müller aus München gestaltete 1972 einen interessanten Kreuzweg, der in seinen Stationsthemen von den Konventionen teilweise abweicht. In der Kirche hat sich eine schöne Holzplastik der Muttergottes als Himmelskönigin mit Christuskind erhalten, die in der 2. Hälfte des 18. Jhs. entstanden ist. Teile der ursprünglich neogotischen Ausstattung werden heute im Bermersbacher Murgtal-Museum aufbewahrt.
St. Bernhardus Gausbach
Das Langhaus der modernen Saalkirche mit Westturm wird von durchgehenden Fensterbändern belichtet. Über das Untergeschoss wird das Gebäude betreten, wo auch Gemeinderäume untergebracht sind. Eine Treppenanlage führt im Inneren zum nüchtern wirkenden Kirchenraum, dessen Holzdecke von langen Betonpfeilern getragen wird.
Überaus beeindruckend ist das farbig leuchtende Glasmosaik des thronenden Christus, das den halbrund geschlossenen Chor fast völlig einnimmt. Der Heiland wird umgeben von Engels- und Heiligendarstellungen, darunter auch die Heerscharen der lobenden Engel, die Ältesten, die Erdkugel mit Ähren und Trauben sowie der selige Bernhard von Baden zu Pferde. Die Glasgestaltungen des Freiburger Künstlers Rainer Dorwarth wurden zum wesentlichen Bestandteil der Architektur.
Das Chorfenster ist schmückende Wand, Glasteppich oder Glasmosaik um den Altar herum, vor allem tiefgründige Lehre und Verkündigung der Herrlichkeit und Hoheit Gottes. Dunkler Marmor wurde für Altar, Taufstein, Ambonen usw. verwendet. Die Umgänge im Schiff sind als "Prozessionsflur" breit angelegt.
Das Schiff der Kirche misst 19m in der Breite, 11 m in der Höhe und ist 24 m lang.
Kapelle Bermersbach
St. Valentin Langenbrand
In ihrem sachlichen Baustil ist die Kirche den Strömungen der 1920er Jahre verpflichtet und nimmt in einigen Elementen die Entwicklung der Kirchenbaukunst in der Nachkriegszeit vorweg. Der flach gedeckte Kirchensaal besitzt durchgehende Betonpfeiler, die nahe an die Langhauswände herangerückt sind und durch eingespannte Bogenelemente Seitenschiffe andeuten. Das monumentale Glasbild des thronenden Christus mit den Evangelistensymbolen wurde 1950 nach einem Entwurf von Paul Hirt aus Villingen eingesetzt. Karl Vollmer aus Offenburg schuf die farbigen Glasfenster im Langhaus, sie stellen die Seligpreisungen dar.
Die frühere Kirche, 1837-40 als neoromanischer Bau von Johann Belzer aus Weisenbach errichtet, wurde 1937 profaniert und später zum Festsaal umgebaut.
(Alle Texte wurden uns freundlicherweise vom Kreisarchiv Rastatt zur Verfügung gestellt.)







