Die behutsam sanierte Altstadt ist noch heute ein eindrucksvolles Beispiel für den mittelalterlichen Städtebau im Südwesten Deutschlands. Der Rundweg führt von der alten badischen Amtsstadt zur barocken Sommerresidenz der Markgräfin Sibylla Augusta, dem Porzellanschloss Favorite.
Erbaut wurden die Stadtmauer und Tortürme um 1300 von den Markgrafen von Baden. Die mächtige Partie der Stadtmauer befindet sich zwischen der Viktoriastraße und der Oberen Torgasse. In der kleinen Anlage ist ein Sandsteinkreuz mit Bronzekorpus der Gaggenauer Bildhauerin Gudrun Schreiner zu sehen. Von der Ringstraße erblickt man noch gut den sogenannten Zwingel, eine Stadtmauer mit niedrigerer Zwingervormauer. Von der äußeren Zwingelmauer, die noch rund drei Meter tief im Boden steckt, sind nur Mauerreste zu sehen. Die Doppelmauer schützte die bei Belagerungen besonders gefährdete Südseite der Stadt.
Von der westlichen Ringstraße sehen wir hinter den Gärten die westliche Stadtmauer aufragen, die an dieser Stelle am schönsten und höchsten erhalten blieb. Sogar die Zinnen sind noch erkennbar.
Die nördliche Stadtmauer ist hinter den Gebäuden der Löwengasse aus geringer Entfernung zu sehen. Der Verlauf dieser Mauerpartie ist samt Stadtgraben und vorgelagerten wallähnlichen Erhöhungen, auf denen - wie es schon seit Ende des 18. Jahrhunderts Brauch war - Gärten angelegt sind.
Der alte jüdische Friedhof befindet sich an der Stadtwaldstraße. Er diente als zentrale Begräbnosstätte für die jüdische Bevölkerung Mittelbadens. Die Grabsteine gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Zahl der erkennbaren Grabstellen beläuft sich auf 1000 Gräber für Erwachsene und 45 Kindergräber.
Die katholische Pfarrkirche mit ehemaligem Kirchhof wurde 1902 bis 1904 durch Johannes Schroth erbaut. Sie ist ein herausragendes Beispiel neogotischer Baukunst. Im rechten Querschiff befindet sich die wertvolle spätgotische Predella aus dem Jahre 1530.
Die barocke Sommerresidenz der Markgräfin Sibylla Augsta von Baden-Baden befindet sich in einer wundervollen Parklandschaft. Über die ehemalige "Allee", auf der Kutschen zwischen den Residenzen Favorite und Ettlingen verkehrten, ist das Porzellanschlösschen gut zu Fuß erreichbar. Ausgestattet mit den aufwendigsten Arbeiten dieser Zeit ist das Schloß noch heute gefüllt mit Kostbarkeiten des 18. Jahrhunderts. Das Herzstück bilden die kostbaren Porzellan-, Glas- und Fayence-Sammlungen mit Objekten aus aller Welt.
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