Kirchen in Weisenbach

Weisenbach mit seinem Ortsteil Au, zählt zu den romantischen Seiten des Murgtals. Für jeden sichtbar hoch über der Murg ist die Wendelinuskapelle. Zu dieser Kapelle, sowie zu den beiden Kirchen finden sie hier nähere Informationen.

Pfarrkirche St. Wendelin

Die katholische Pfarrkirche St. Wendelin auf der rechten Murgseite wurde 1842/43 nach Plänen des Johann Belzer aus Weisenbach in den Formen der Neogotik errichtet. Sie trat an die Stelle eines barocken Vorgängerbaus von 1782, der 1833 durch einen Brand vernichtet wurde.

Es handelt sich um eine dreischiffige Basilika aus Sandsteinquaderwerk. Zur Murgseite präsentiert sich ein stattlicher Giebelturm mit einer Maßwerkspitze, die von einem Balustradengeviert umgeben ist. Eine architektonische und bautechnische Besonderheit sind die aus hellem Sandstein vorgehängten Bogenfriese an der Dachtraufe. Nach 1962 wurden im Inneren die reiche neogotische Ausmalung, das Gestühl und die Altäre entfernt. Die Chorrückwand erhielt damals ein großes Marmorrelief des thronenden Christus von Oscar Steidle, die farbigen Fenster entwarf Edzard Seeger aus München. Erhalten blieb der neogotische Kreuzweg, Reliefarbeiten des Karlsruher Akademieprofessors Emil Sutor, wie auch die Heiligenfiguren an den Säulen.

Bemerkenswert ist die ausdrucksvolle Pietà aus dem 16. Jh. auf dem rechten Seitenaltar. Von guter malerischer Qualität ist das neogotische Altarblatt mit den Vierzehn Nothelfern, es wurde 1846 durch Wilhelm Dürr gemalt. Ein barockes Gemälde des hl. Antonius über dem linken Seitenaltar zeigt im Hintergrund eine aufschlussreiche Darstellung der alten Kirche.

Wendelinuskapelle

Hoch über der Murg steht auf einem Felsen die Wendelinuskapelle. Sie war seit 1481 die Pfarrkirche von Weisenbach und dient heute als Gottesackerkapelle.

Ihr ältester Bestandteil ist das Chorgeviert mit Sakristei von 1494, das einst anschließende Langhaus mit Eingangsturm wurde 1779 abgebrochen. Im Osten fügt man statt des ursprünglich flachen Chorschlusses den kleinen neogotischen Chorraum an.

Als seitlicher Anbau findet sich die ebenfalls neogotische Grabkapelle Belzer, die der im 19. Jh. erfolgreiche Weisenbacher Baumeister Johann Belzer (1796-1868) als letzte Ruhestätte seiner Familie errichtete. 1980 wurde eine Aussegnungshalle an die Südseite angesetzt. Im Inneren der Kapelle befindet sich eine ausdrucksvolle Pietà aus der Zeit um 1500. Die drei an der Wand befestigten Altarflügel zeigen den Auferstandenen Christus mit Maria und Johannes, sie wurden 1847 durch den akademischen Maler I. Koopmann signiert.

Filialkirche Maria Königin Au

Im Jahre 1956 wurde die katholische Filialkirche Maria Königin nach Plänen der erzbischöflichen Baumeister Fridolin Bosch und Franz Walz vollendet. Es handelt sich um einen sachlichen Saalbau mit kleinem Seitenschiff und Nordostturm. Die Westfassade nimmt mit ihrem dreieckigen Giebelfeld klassizistische Anleihen, die Eingangsnische wird durch ein großformatiges Mosaik mit einer Darstellung der Himmelskönigin geschmückt, umgeben von Szenen aus dem Leben Mariens (signiert G. P. und A. Leonhard).

Die farbigen Fenster wie auch das Krönungsbild im Chor schuf Edzard Seeger aus München. Ein Werk des Karlsruher Akademieprofessors Emil Sutor aus dem Gründungsjahr ist die Madonna auf dem Seitenaltar. Der Kreuzweg von 1960 wurde von Wilfried Perraudin aus Freiburg entworfen.

Friedhofskapelle Au

Die wenige Schritte entfernte Friedhofskapelle an der Kirchstraße entstand 1929. Der kleine Massivbau mit Satteldach und Dachreiter bestizt eine Innenausstattung des Neorokoko. Ausgemalt wurde der Raum durch A. Eiermann, die Glasgemälde mit dem Passionszyklus schuf E. Grosskopf.
(Alle Texte wurden uns freundlicherweise vom Kreisarchiv Rastatt zur Verfügung gestellt.)



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